Kennzahl des Monats: Liquidität III

Die Liquidität III ist das Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Beide Werte findet man in der Bilanz. Zum Umlaufvermögen, das sich auf der Aktiv- (also der linken) Seite der Bilanz befindet, gehören im Wesentlichen der Warenbestand (Fahrzeuge und Teile), Forderungen an Kunden oder das Finanzamt (Vorsteuer) und das Bankguthaben bzw. der Kassenbestand.

Kurzfristige Verbindlichkeiten sind die Einkaufsfinanzierungen der Fahrzeuge (über EHG-Finance & Co.), Lieferantenverbindlichkeiten (also nicht bezahlte Rechnungen), Mehrwertsteuer-Verbindlichkeiten, Anzahlungen von Kunden und der Kontokorrentkredit. Diese Positionen weist die Passiv-Seite aus.

Welchen Wert soll die Liquidität III haben?

Hauptsächlich arbeiten Banken mit dieser Kennzahl. Sie hat Einfluss auf Ihr Rating. Daher sollten Sie die Zusammenhänge kennen.

Ist der Wert kleiner als 100%, sind die Schulden größer als das Vermögen. Damit verschlechtert sich die Risiko-Position der Kapitalgeber, also der Banken. Je größer der Wert ist (theoretisch kann er unendlich sein – wenn alles mit Eigenkapital finanziert ist), desto geringer ist das Risiko der Bank, und desto besser fällt Ihr Rating aus.

Im Caravaning liegt der Wert saisonabhängig zwischen 110% und 125%.

Woran liegt es, wenn die Liquidität III schlechter als 100% ist?
  1. Anlagevermögen ist falsch finanziert. Wer seinen Werkstattanbau über seinen Kontokorrentkredit finanziert, verringert nicht nur seinen finanziellen Spielraum, sondern verstößt gegen die eiserne Regel der „fristenkongruenten Finanzierung“. Auf Deutsch: Die Laufzeit der Finanzierung eines Wirtschaftsgutes muss so hoch sein wie seine Abschreibungsdauer.

  2. Es werden Altverluste finanziert. Für Altverluste findet sich keine Position auf der Aktiv-Seite der Bilanz. Eine Alternative könnte sein, Altverluste über ein langfristiges Tilgungsdarlehen abzutragen. Dazu braucht man aber entsprechende Sicherheiten und vor allem Gewinne, um die Tilgungen leisten zu können.

  3. Die Positionen des Umlaufvermögens sind nicht vollständig. Aus steuerlicher Sicht gehören Mietwagen in das Anlagevermögen. In aller Regel werden Mietwagen aber kurzfristig über die klassischen Einkaufsfinanzierungen finanziert (Leasing-Fahrzeuge sind nicht in Ihrer Bilanz und spielen daher keine Rolle). Daher muss zur Berechnung der Liquidität III der Mietwagenbestand zwingend miteinbezogen werden.

Je mehr desto besser?

Eine langsam steigende Liquidität III bedeutet, dass mehr Umlaufvermögen mit Eigenmitteln finanziert wird. Klingt gut, oder? Tatsächlich wird die Kennzahl immer größer, je mehr Sie Tilgungen aus Ihrem Bankguthaben auf Ihren Fahrzeugbestand leisten. Damit verbessert sich zwar – s. oben – die Risikoposition der Banken (eben weil das Risiko abnimmt), gleichzeitig verringern Sie Ihren finanziellen Spielraum.

Also doch alles nicht so einfach?

Eines ist in jedem Fall ganz einfach: Tragen Sie hier Ihre Kontaktdaten ein und wir besprechen mit Ihnen kostenlos und unverbindlich Ihre Liquiditätssituation.

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